Widerstand in der Westsahara

Die einst spanische Westsahara wird seit 1975 von Marokko besetzt und gilt bei der UNO als nicht-selbstverwaltetes, unentkolonialisiertes Gebiet. Die indigenen Sahrauis stellen 30 % der Bevölkerung in der marokkanisch kontrollierten Zone; die meisten wurden vertrieben. Dennoch machen europäische Zementkonzerne dort Geschäfte und liefern Baustoffe für die Besatzungsinfrastruktur.

Drei Zementwerke im besetzten Gebiet verarbeiten importierten Klinker: zwei mehrheitlich im Besitz von Heidelberg Materials, eines gehört Holcim und der marokkanischen Königsfamilie. Die Sahrauis haben weder Mitspracherecht noch Nutzen; die Werke treiben Siedlungsbau und Rohstoffförderung voran – etwa Heidelbergs Zement für den Hafenausbau von Laâyoune, zentral für Marokkos Phosphatexporte.

Trotz zahlreicher UN-Resolutionen zum Selbstbestimmungsrecht und EuGH-Urteilen, die die Zustimmung der Sahrauis verlangen, änderte sich nichts – Heidelberg erwarb 2019 ein weiteres Werk. Seit 2020 herrscht erneut bewaffneter Konflikt; der Konzern wirkt dabei zugleich passiv duldend und zynisch komplizenhaft, verweist aber nur darauf, als Privatunternehmen keine Position zum völkerrechtlichen Status von Gebieten zu beziehen.

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